Aus der Geschichte von Allentsteig
Das Gebiet um Allentsteig wurde im 11. Jahrhundert durch eine Königsschenkung der Babenberger an die Kuenringer übertragen. Um 1080 errichten die Kuenringer die Burgsiedlung Tygia = Allentsteig. 1132 wird Tygia (wohl von „Thaya“ abgeleitet) selbständige Pfarre, 1150 wird die Burg erstmals urkundlich erwähnt.
1212 erscheint erstmals urkundlich der Name Adalolstige/Adeloldstige („Gebiet des Adelold am rauschenden Bach“ nach dem Besitzer der Burg Adelold von Kaya/Kamegg), später wird daraus Aloldstai und um 1700 über verschiedene Zwischenstufen dann Allentsteig. Die „Basylica“ (Kirche) wird dem Hl. Ulrich geweiht, erster namentlich bekannter Pfarrer ist 1258 Ulricus de Alolstai.
1380 erhält Allentsteig das Stadtrecht.
Im 14. bis 16. Jahrhundert erlangt die Burg unter der Herrschaft der Hager Bedeutung als Handelsplatz und als lokales Zentrum der Reformation. Die erste Schule wird gebaut, die Kirche erweitert, das Haus des letzten Pastors zum Alters- bzw. Siechenhaus (Spittel) umgebaut.
Auch der 30-jährige Krieg (1618-1648) verschont Allentsteig nicht. Der Ort wird zweimal besetzt und von den Schweden niedergebrannt. 1752 brennt die Stadt nochmals völlig ab. Beim Wiederaufbau erhält die Kirche die heutige barocke Form.
Im 17. und 18. Jahrhundert gibt es eine bedeutende Weberinnung mit kaiserlichen Freiheiten, ab 1772 Wochenviehmärkte.
Im 19. Jahrhundert werden die Stadtmauern, die Stadttore, der Pranger und das Grätzl geschliffen.
Nach dem ersten Weltkrieg erfolgen bescheidene Industrialisierungs-Versuche mit Perlmutter und Scheuermittel.
Der März 1938 bringt für Allentsteig ein einschneidendes Ereignis. Der Truppenübungsplatz wird geschaffen und die Einwohner des Umlandes, mehr als 7.000 Menschen aus insgesamt 42 Ortschaften, werden entsiedelt. Allentsteig verliert sein Hinterland.
Am 9. Mai 1945 ziehen russische Truppen für 10 Jahre in Allentsteig ein. Bei der „800 Jahr Feier“ im Jahr 1956 ist Allentsteig bereits frei. 1957 übergibt die Republik Österreich das Schloss Allentsteig an das Bundesheer als Kommandogebäude.
1963 bis 1965 wird in Allentsteig eines der damals modernsten allgemeinen Krankenhäuser Niederösterreichs gebaut, 1966 bis 1968 die Volks- und Hauptschule. Am 1. Jänner 1967 erfolgte die Gemeindezusammenlegung mit Thaua und Bernschlag.
Die letzten Jahre standen im Zeichen wichtiger kommunaler Infrastrukturleistungen wie der Komplettumbau des Kindergartens, die Errichtung des Campingplatzes, der Umbau des Rathauses, die Erweiterung der Kläranlage, die Sanierung des Stadtsees, die Schaffung von gemeindeeigenen Baugrundstücken uvm.
Allentsteig heute
Allentsteig hat heute knapp 1.750 Einwohner und liegt auf einer Seehöhe von 550 Metern mitten im Waldviertel. Durch die zentrale Lage sind die umliegenden Bezirkshauptstädte sehr gut erreichbar.
Die gute Infrastruktur mit einem umfassenden medizinischen Angebot (das 2007 eröffnete Landesklinikum Allentsteig für neurologische Rehabilitation mit ca. 170 Bediensteten und 65 Betten sowie zahlreiche Ärzte), genügend Nahversorgern und Gastronomie, zahlreichen Veranstaltungen, aktiven Vereinen sowie wichtigen kommunalen Einrichtungen wie z.B. Kindergarten, verschiedene Schulen, der Bauhof oder die 2014 erweiterte und modernisierte Kläranlage bietet Personen jeden Alters eine hohe Lebensqualität.
Ein besonderes Juwel stellt der wunderschöne 13 ha große See mitten in der Stadt dar. Er bietet viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung wie Schwimmen, Bootfahren, Fischen, Wandern, Eislaufen und jede Menge Möglichkeiten zum Entspannen sowie eine direkte Verbindung zum Freibad. Entlang des Promenadenwegs rund um den See entdeckt man die Lourdesgrotte, die „Jugendwiese“ und das Aussiedlerdenkmal.
Das Stadtbild wird vom Schloss und der Kirche geprägt. Das Schloss mit seinem mächtigen Bergfried und dem schönen Arkadenhof ist nach vielen bewegten Jahren heute Sitz des Truppenübungsplatz-Kommandos. In der gegenüberliegenden, im Kern romanischen Stadtpfarrkirche St. Ulrich befinden sich unter anderem ein Grab-Sandstein aus 1315, eine Grabplatte der Hager und ein steinernes Taufbecken datiert aus dem Jahr 1591.
Der vermutlich im 11. Jahrhundert erbaute Schüttkasten unterhalb des Schlosses beherbergt seit 1989 das Aussiedlermuseum und seit vielen Jahren Kunstausstellungen.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind beispielsweise das „Brunnenplatzl“, der Meierhof, das Kriegerdenkmal, das Rathaus, der Hauptplatz mit Metzen und Florianisäule und der Soldatenfriedhof.
Mit der Stadtrundgangsbroschüre „Allentsteiger Juwele“ und den dazugehörigen 20 Infotafeln samt QR-Codes können Interessierte die Stadt ganz individuell kennenlernen und sich Informationen zu den Sehenswürdigkeiten auf ihr Smartphone holen.
Ein ganz besonderes Highlight und ein gutes Beispiel für die ausgezeichnete Zusammenarbeit sind die vom TÜPl-Kommando und der Stadtgemeinde gemeinsam durchgeführten Truppenübungsplatz-Rundfahrten. Die Schönheit unberührter Natur, sonst nicht zugängliches militärisches Sperrgebiet und Wissenswertes über den Truppenübungsplatz Allentsteig aus erster Hand machen diese Rundfahrten zu einem einzigartigen Erlebnis.